Buchtipp: Wegweiser durch das Verlassenschaftsverfahren

12.04.2026

Sterben bedeutet vorrangig Leid und Trauer. Doch der Tod ist nicht das Ende – zumindest in bürokratischer Hinsicht. So wartet auf die Angehörigen nach dem Ableben noch ein Verlassenschaftsverfahren, das meistens Monate lange dauert und viel kostet.

Sterben ist nicht nur extrem traurig sondern extrem bürokratisch und teuer“ bringt es eine Salzburger Bestatterin auf den Punkt. Zu Leid und Trauer kommen noch Kosten für Bestattung und Notar.

Das Verlassenschaftsverfahren dient der Feststellung, wer das Erbe und gegebenenfalls die Rechtsnachfolge einer verstorbenen Person antritt. Abgeschlossen wird es mit der Einantwortung. Wie komplex sich das Verfahren für Laien darstellt, zeigt sich schon an der Fragestellung ob das Erbe bedingt oder unbedingt angetreten werden soll.

Zuständig für das Verfahren ist jenes Gericht, in dessen Sprengel der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Das Verlassenschaftsverfahren wird im Wesentlichen von einem Notar geführt, der vom Gericht dazu bestimmt wird. Das Gericht segnet das am Ende mit einem Einantwortungsbeschluss – vergleichbar mit einem Urteil – ab.

Als Gerichtskommissär führt der Notar das Verlassenschaftsverfahren. Ein neues Fachbuch des Linde-Verlages bringt Licht ins Dunkel. Vornehmlich an Experten gerichtet, liest es sich aber auch für Laien verständlich. Auf 624 Seiten erfährt man Wissenswertes aus allen Bereichen rund um das Verlassenschaftsrecht.

Im Ergebnis eine einzigartige, praxisnahe Darstellung des Verfahrens mit zahlreichen Tipps und Hinweisen. Die jetzt neu erschienene 4. Auflage beleuchtet erstmals auch Aspekte von Unternehmen im Verlassenschaftsverfahren.

Von den Verfahrensmöglichkeiten bis zu den Gläubigerrechten – das Handbuch bietet einen topaktuellen und umfassenden Überblick über das gesamte Verlassenschaftsverfahren. Wichtig auch - ein Abschnitt über die Gebühren. Eine gute Hilfe zum Nachlesen, wieviel Notar und Gericht verlangen dürfen. 

Die wichtigsten Kapitel sind unter anderen:

  • Grundbegriffe des Verfahrens
  • Grundsätze des Verfahrens
  • Parteien des Verfahrens
  • Organe des Gerichts
  • Sondermaterien wie Mietrecht und Wohnungseigentum
  • Rechtsmittel
  • Steuern und Gebühren
  • Neueste Rechtsprechung (inkl. Rechtsprechung des Erbrechts-Fachsenats des OGH und des EuGH zur EuErbVO)
  • NEU: Unternehmen im Verlassenschaftsverfahren

Autor Stephan Verweijen ist Öffentlicher Notar in Wien, Lektor an der WU Wien, am Juridicum Wien und  an der FH Wien der WKW sowie Fach- autor und Fachvortragender. Seine Beratungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Immobilienrecht, Grundbuchs- recht, Unternehmensrecht und Erbrecht. Zudem fungiert er als Vorsitzender des Fachausschusses für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht der Österreichischen Notariatskammer. Durch seine tägliche Arbeit als Gerichtskommissär – so die juristische Bezeichnung für den Notar, wenn er im Verlassenschaftsverfahren im Auftrag des Gerichts tätig wird - liefert der Autor eine einzigartige praxisnahe Darstellung des Verfahrens. Mit zahlreichen Tipps und Hinweisen versehen, richtet sich das Buch sowohl an Einsteiger als auch an erfahrene Praktiker.

Print & Digital: 624 Seiten
Auflage: 4. Auflage 2026
ISBN: 9783707355109
Verlag: Linde Verlag

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